Was ist heuer am Handy- und Telekommarkt zu erwarten?

Österreichs größtes Mobilfunk-Vergleichsportal tarife.at hat sich angesehen wohin die Handy-Reise geht und wie jeder einzelne davon profitieren kann.

Kaum ein Markt ist so dynamisch wie der Mobilfunk. Unentwegt steuern wir noch mehr Lebensbereiche über das Handy und vernetzen uns digital mit der ganzen Welt. Damit das gelingt benötigen wir ständig neue Geräte und Tarife, die diese zum Laufen bringen. Gleichzeitig erwacht Totgeglaubtes zu neuem Leben: „Wer dachte, dass wir unsere Tarife künftig nur noch ohne Bindung erwerben, wird aktuell eines Besseren belehrt. Dafür kommen immer mehr Nutzer in den Genuss von leistbarem 5G. Der Ausbau der Netze hat wiederum Einfluss auf unseren Daten- und Medienkonsum. Während wir immer häufiger online fernsehen, werden auch unsere Geräte immer öfter über das Internet gesteuert“, weiß Dipl.-Ing. Maximilian Schirmer, Geschäftsführer von tarife.at, der die Highlights zusammenfasst, die uns in diesem Jahr erwarten.

Die Bindung wird wieder länger: Geld sparen mit 2-Jahrestarifen
Waren anfangs Tarife mit einer 24-monatigen Bindung üblich, so sind Konsumenten in den letzten Jahren immer häufiger dazu übergegangen, den Tarif ohne Handy – daher ohne Bindung – abzuschließen. Das spart Geld und bewahrt die Flexibilität. Nun scheint sich hier eine Trendwende abzuzeichnen. Neuerdings bieten die Mobilfunkanbieter immer häufiger die Möglichkeit, den Tarif für einen längeren Zeitraum vorab zu bezahlen und dafür Geld zu sparen. Auch wenn 85 Prozent der Angebote nach wie vor alle vier Wochen oder zu Monatsende abgerechnet werden, sehen bereits 13 Prozent der Tarife eine Vorauszahlung für den Zeitraum zwischen 6 und 24 Monaten vor: Aktuell sind 12 6-Monats-, 31 12-Monats- und 10 24-Monatstarife verfügbar – Tendenz steigernd. Den Anfang machte 2016 spusu. Seit kurzem bietet auch educom erstmals die Möglichkeit einer 6- oder 24-monatigen Vorauszahlung an. Während bei Sprachtarifen eher die Discount-Anbieter mit Jahrestarifen arbeiten, haben Drei und A1 auch entsprechende Datenangebote im Programm. Grundsätzlich wird es umso lukrativer, je länger man sich bindet. So lassen sich in der Regel mit den Jahrestarifen bis zu zwei Grundgebühren (16,67 Prozent) einsparen. Mit dem 2-Jahrestarif von Vamos Olé von educom sind es aktuell sogar 21,12 Prozent. Bei Vertragsabschluss sollten Kunden jedenfalls auf die Konditionen bei frühzeitiger Kündigung achten: Während spusu und HELP mobile das Restguthaben aliquot zurückerstatten, verfällt es bei anderen Anbietern häufig.

5G: Vom Premium- zum Massenprodukt
Während 5G lange Zeit ein reines Premiumthema war, haben mittlerweile die ersten Discount-Anbieter 5G-Tarife im Angebot: 41 der aktuell 405 Mobilfunktarife beinhalten bereits 5G. Von den 1.511 seit 2020 neu auf Geizhals gelisteten Handys, verfügen 609 über ein 5G-Modem. Die Preise liegen zwischen 177 und 3.349 Euro. Im Gegensatz dazu bewegen sich die dazugehörigen 5G-Tarife zwischen 16,62 (educom Vamos 5G) und 149,90 Euro pro Monat (A1 Smart 5G). „Wir rechnen damit, dass 2022 weitere Discounter erste 5G-Tarife anbieten werden. Preislich vermutlich noch etwas über den aktuellen LTE-Tarifen, aber innerhalb einer Spanne von 15 bis 25 Euro im Monat“, so Schirmer und ergänzt: „Wir gehen auch davon aus, dass MVNOs diesen Schritt vor den Discount-Marken der großen Netzbetreiber setzen werden.“

TV Streaming über das Internet
Neben Auto- und Internetradios sind auch PC-Monitore, Smartphones, Tablets und tunerlose Fernseher von der GIS befreit. Darum gehen immer mehr Konsumenten dazu über, den TV-Tuner auszubauen und das Fernsehprogramm über das Internet auf den Fernseher zu streamen. Damit steigt der Datenverbrauch massiv an: Je nach Bildqualität benötigt man beim TV-Streaming ein bis zwei Gigabyte pro Stunde. Dabei macht es einen Unterschied, ob man Videos auf YouTube oder Serien auf Netflix ansieht, die in unterschiedlicher Videoqualität senden und unterschiedlich komprimieren. Konsumenten, die zu Hause über limitiertes Datenvolumen verfügen, sollten den Datenverbrauch daher im Blick behalten. Aktuell sind noch keine Free-Streaming Angebote für TV verfügbar. Neben A1, Magenta und Drei bietet aber z.B. auch simpliTV Streaming-Tarife zwischen 7 bis 10 Euro im Monat an.

IoT: Haushaltsgeräte über das Internet steuern
Immer mehr Alarmanlagen, Kühlschränke und Autos werden über das Internet gesteuert. Das „Internet of Things“ (IoT) bzw. „Internet der Dinge“ wird zunehmend relevanter, sodass immer mehr SIM-Karten für den Betrieb von Geräten im Umlauf sind. Es ist schwierig abzugrenzen wie viele spezielle IoT-Tarife aktuell am Markt sind. Nur drei bezeichnen sich explizit als solche. Sie zeichnen sich durch längere Gültigkeit der inkludierten Einheiten aus, sind sehr günstig und beinhalten kein Datenroaming. Aufgrund des schwankenden Verbrauches sollten Konsumenten jedenfalls darauf achten, dass die bezahlten Einheiten je nach Bedarf über einen längeren Zeitraum verbraucht werden können. Für Privatkunden eignen sich daher Tarife mit langem Verfallsdatum, wie etwa drei Gigabyte Datenvolumen für ein Jahr. Wichtig ist aber vor allem eine gute Netzabdeckung vor Ort. Da viele IoT-Geräte nicht LTE-fähig sind, betrifft das insbesondere das 2G-bzw. GSM-Netz: „Die smarteste Alarmanlage ist wirkungslos, wenn der Empfangsqualität des Mobilfunknetzes schlecht oder die SIM-Karte inaktiv ist, weil der hinterlegte Wertkartentarif abgelaufen ist“, ergänzt Schirmer und rechnet damit, dass das Angebot an IoT-Tarife künftig spürbar zunehmen wird.